Gertie lässt grüßen

(Werbung durch Verlinkung)Es ist mal wieder der erste Mittwoch im Monat und das heißt „Me Made Mittwoch“.

Und endlich kriege ich mal wieder die Kurve und bin dabei. Irgendwie habe ich eine kleine Nähflaute, was ich gar nicht von mir kenne. Immerhin habe ich mir endlich einen Stanwyck Skirt genäht.

Der Schnitt von Charm Patterns hat mich in der engen Variante mit den Knöpfen auf der Tasche schon länger gereizt, aber der Initialfunke war noch nicht da. (Wer meinen Blog verfolgt und mich kennt weiß, daß ich vintage inspirierte Kleidung mag, besonders den Stil der 50er Jahre)

Laut Maßtabelle passe ich gut in Größe 6 (na gut, meine volle Hüfte ist etwas schmaler als die Tabelle). Da mir die Hüftkurve des Vorderteils etwas eigenartig vorkam, habe ich sicherheitshalber ein Probemodell gemacht, was auch gut war. Der Hüftbogen war viel zu ausladend und die Seitennaht war mir zu eingestellt. Deshalb habe ich den Hüftbogen vorn flacher gemacht und den Saum etwas weiter. Da ich recht klein bin und der Rock mit 54 cm Länge dadurch auch kurz, sieht die starke Verjüngung am Suam bei mir nicht gut aus. Auch die Originallänge bis Wadenansatz steht mir nicht besonders. Dem damaligen Modediktat muss ich mich auch nicht beugen. Ich lebe heute und lasse mich nur inspirieren.

Die Anleitung war durch die vielen Varianten etwas verwirrend, aber mit meiner Näherfahrung und gesundem Menschenverstand kein Problem. Was mir am Schnitt gut gefällt ist, dass die Taschen nicht aufklaffen und hochrutschen. Ähnlich wie bei einer Hose, bei der die Taschenbeutel am Reißverschluss vorn mitgefasst werden, sind beide Taschenbeutel an einem Stück geschnitten und sichern sich gegenseitig.

Die Knöpfe sind dunkelrot, da im Stoff rote Fäden eingewebt sind, die man beim genauen Hingucken sehen kann. Der Stoff ist eine Wolle-Seide-Mischung von Anita Pavanni und bei so einer Webart konnte ich nicht „nein“sagen.

Wenn man mit Fernauslöser in der Hand die Jacke auszieht, passiert so ein „Detail-Foto“ 😉 . Ich arbeite mit Stativ und kleinem Auslöser in der Hand. Da es draußen geregnet hat, sidn die Bilder wieder drinen entstanden.

Meine Shirt nach Garconne-Schnitt W-038 T-Shirt im Carmenstil ist nicht neu, aber einer meiner Lieblingschnitte, egal ob aus Webware oder Jersey, wie hier. Den Schnitt habe ich bereits öfter im Blog vorgestellt. Dazu trage ich eine ältere Strickjacke aus Merinowolle, allerdings weiß ich nicht mehr, woher die Anleitung und das Garn ist. Das war noch lange, bevor ich Ravelry kannte.

So, und nun weiter zu den anderen Damen vom virtuellen Laufsteg.

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch,

Retro Outfit in blau

(Werbung durch Verlinkung) Es ist wieder so weit und ein Me Made Mittwoch steht an.

Leugnen zwecklos, ich mag einfach vintage inspirierte Kleidung angeleht an die 50er Jahre und so kommt es, dass ich auch heute wieder ein entsprechendes Outfit präsentiere.

Zuerst kommt der Look, den ich heute auch den ganzen Tag getragen habe.

Das Outfit besteckt aus einer Strickjacke in petrol mit blauen und türkis Sprenkeln, die ich nach der Anleitung „Forest Berry Jacket“ gestrickt habe aus dem Garn Fine Donegal von Debby Bliss. Der Kurzarmrolli darunter ist gekauft und bestimmt schon 10 Jahre alt.

Der Rock, der eigentlich das halbe Outfit von heute darstellt, ist ein halber Tellerrock und die untere Hälfte von einem alten Kleiderschnitt von McCalls. Diesen Schnitt nehme ich gerne für meine weiten Röcke, da die Weite sehr alltagstauglich ist. Die Rockänge ist 71 cm bei meiner Größe von 152 cm und ich finde, dass die Rockform in der Länge streckend wirkt. Auf jeden Fall fühle ich mich damit irgendwie größer 😉

Das wichtigste Teil vom Retro-Outfit trage ich jetzt nur für die Bilder, fürs Büro, diese Woche habe ich kein Home Office, ist es etwas overdressed, zumindest bei uns und andere Anlässe gibt es im Moment leider nicht.. Durch meinen Kleiderstil falle ich eh schon auf wie ein bunter Hund, es überwiegt einfach bei den Kolleginnen ein sportlicherer Look (Jeans und co). Es ist die Jacke.

Als die Januar-Burda erschien, hat mich gleich die Jacke mit dem Schluppenkragen anbesprochen, es ist Model 113. Der passende Rock im Heft ist auch sehr schön, aber die Nahtführung für meine breiteren Hüften eher suboptimal, außerdem habe ich schon einen schmalen Rock aus einem sehr ähnlichen Stoff und ähnlichen Farbton. Deshalb habe ich mich für den weiten Rock entschieden, der auch zum Stil der Jacke paßt. Der Stoff hatte mich schon den ganzen Winter angelacht und so habe ich noch rechtzeitig vorm Lockdown zugeschlagen.

Allerdings habe ich von Burda nur den Kragen samt Ausschnitt genommen und an den Schnitt J-060 von Garconne (taillierter Blazer) angelegt. Mir war der Stoff, ein mittel- bis dunkelblauer Tweed zu schade für Experimente. Meine Befürchtung war das übliche Armloch- und Armkugeleinhalteproblem und die sonstige Paßform bei Burda. Nicht falsch verstehen, Burda hat eine gute Paßform, aber bei Oberteilen die von Garconne ist einfach besser.

Aber jetzt muss ich noch bei den anderen Nähbegeisterten schauen, was sie so zeigen.

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch,

Auf ein Neues…

(Werbung durch Verlinkung)… weil ich einen Schnitt wieder aus der Versenkung geholt habe.

Beim ersten Me Made Mittwoch 2021 bin ich endlich wieder dabei. Im Home Office komme ich leider nicht zum Nähen, da die Nähmaschine für den Firmen-Laptop samt Monitor Platz machen muss 🙁 und ich bin jede zweite Woche im Home Office. Aber über die Feiertage und den Jahreswechsel war ich tüchtig am Nähen.

Für mein heutiges Outfit habe ich einen fast vergessenen Schnitt wiederbelebt, aber der Reihe nach. Es hat ursprünglich mit dem Rock angefangen.

Schon sehr lange bin ich um den Schnitt PB&J Skirt von Decades of Style herumgeschlichen und als ich einen Schnitt für einen längeren Rock für meinen auberginfarbenen Wollgabardine gesucht habe, habe ich endlich zugeschlagen. Mich hat die ungewöhnliche Faltenpartie im Vorderteil so angesprochen.

Verarbeitungstechnisch gibt es nichts besonders zu sagen und die Paßform ist extrem unsensibel. Die Größe habe ich nach der Taillenweite gewählt. Die Knöpfe im Vorderteil fixieren die Falten und haben sonst keine weitere Funktion. Da ich keine passenden Knöpfe gefunden habe (trotz eigenem Shop…), habe ich mir in der Werkstatt von Garconne Knöpfe bezogen.

Als der Rock fertig war, fiel mir ein, dass ich noch einen etwas festeren Strickstoff vom letzten Winter im Vorrat habe, dessen Muster aubergine ist und er paßt genau zum Rock. Manchmal ist es gut, wenn man Stoffe hortet ;-). Bei der Überlegung nach dem Schnitt, er sollte nicht zu luftig am Hals sein, kam mir recht schnell das Kurzjäckchen J-031 von Garconne in den Sinn. Den Schnitt habe ich vor einigen Jahren mehrmals genäht und wieder vergessen. Das Jäckchen hat einen angeschnittenen Kelchkragen und ist schön kurz und schmal, dadurch ideal für für weitere Röcke.

Da sich meine Figur in den letzten Jahre verändert hat, habe ich den Schnitt eine Nummer größer genommen, meine alten Jäckchen sind inzwischen etwas eng. Auch hier habe ich keine passenden Knöpfe gefunden und einfach die gleichen bezogenen Knöpfe aus dem Rockstoff gemacht, allerdings etwas kleiner.

Das Shirt ist etwas heller als der Rock und den Schnitt habe ich hier schon einmal verwendet und näher beschrieben.

Ich hoffe, dass die Frisöre (natürlich nicht nur die, alles andere auch) bald wieder öffnen dürfen. Am ersten Lockdown-Tag (16. Dezember) hätte ich eigentlich einen Termin gehabt….

Auch ohne Jahresrückblick reihe ich mit in die Riege des Me Made Mittwoch ein.

Latzrock mal anders

(Werbung durch Verlinkung) Inzwischen ist es eindeutig Herbst geworden und was paßt da besser als ein Trägerrock oder Latzrock (auch Hose zählt). Bei mir ist es ein Latzrock.

In der Vorschau der Oktober-Burda, es ist das Jubiläumsheft mit den vielen Vintage-Schnitten, hat mich der Latzrock angelacht. Das Hefte musste ich mir kaufen als Fan der Mode der 50er-Jahre. (Die anderen Schnitte sind aber auch nicht zu verachten)

Bei der Beschreibung im Heft musste ich etwas schlucken, dort wird der Rock gepriesen als „Blusenrock für die junge Mutter mit 2 übereinanderlappenden Latzteilen….“ – sprich für die Schwangerschaft und Stillzeit, so nannte man es 1950. Aus dem Alter bin ich mit 52 nun wirklich raus. Immerhin die zeitgemäße neue Beschreibung liest sich für mich etwas freundlicher. Dort heißt es “ geliebter Allrounder…“. Es ist das Modell 118 aus Heft 10/2020.

Ich habe den Rock trotzdem genäht und fühle mich sehr weiblich damit. Dadurch, dass er komplett gefüttert ist, fühlt man an den Beinen, wie der Rock herrlich schwingt.

ungewöhnlich für mich – eine Rock mit Taschen

Geändert habe ich nicht viel, die Länge ist angepaßt auf Wadenmitte (bei mir 71 cm ab Taille) und den Latz habe ich etwas verkürzt, da bei meiner Zwergengröße von 152 cm der Oberkörper auch kürzer ist. Zur Größenfindung habe ich das Taillenband gemessen und eine Nummer kleiner genommen als nach der Maßtabelle nötig. Mir ist zuviel Zugabe in den Taillenbändern bei Burda.

Mein Stoff ist ein nicht ganz normaler klassischer Stoff aus Wolle, Viskose, Seide, Kunstfaser und Elasthan. Durch die Materialmischung ist er graumeliert mit hellen Sprenkeln und fällt sehr schön, was bei dem weiten Rock wichtig ist. Das Material ist für mich auch ein schöner Stilbruch zum eher sportlichen Schnitt. Die Knopfgröße ist für unser heutiges Auge merkwürdig, war aber damals aktuell.

Überkreuzte Träger hinten beim Latzrock

Mein T-Shirt ist das altbekannte T-Shirt von Gertie Hirsch aus ihrem Buch „Gertie sews casual Vintage“. Der Schnitt hat sich zu meinem Standard-Schnitt entwickelt und wurde schon unzählig oft genäht in verschiedenen Varianten. Zum Rock passen aber auch sehr gut Blusen und dünne Rollis.

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Du für Dich am Donnerstag,

Das ist mein Rock…

(Werbung durch Verlinkung) den ich heute beim Me Made Mittwoch zeige.

Ich muss zugeben, der Titel dieses Beitrags ist etwas irreführend, aber dahinter steckt eine kleine Geschichte.

Vor einigen Wochen gab es bei Garconne ein paar neue Stoffe und dieser Stoff ist mir gleich ins Auge gesprungen: Glencheck und Punkte in einem Stoff, rot und grau – genau mein Beuteschema. Allerdings wusste ich nicht, was ich daraus machen soll. Es sind zwei hauchdünne Schichten Baumwolle, die durch den Musterwechsel verbunden sind und es sind beide Seiten verwendbar. Ichhabe mich für die rote Seite entschieden.

Beide Seiten des Stoffes

Was macht man also beim Arbeiten im Stoffgeschäft, wenn gerade keine Kunden da sind, man hält sich den Stoff vor Spiegel an und überlegt. Passenderweise waren gerade neue Schnitte in Arbeit und ich habe Frau Löslein (der Inhaberin von Garconne und meine Chefin) von meiner Idee erzählt: Den neuen Schnitt Rock mit geknöpfter Falte R-F052 zu nähen und für die Knöpfe das Muster der Punkte aufzunehmen durch mit Stoff bezogene Knöpfe. Ihr hat die Idee sehr gut gefallen und meinte nur, dass ich ein Bild für das Schnittmuster machen solle.

So kommt es, dass mein Rock auf dem Deckblatt und auf der Katalogseite des Schnittmusters ist.

Rock mit geknoepfter Falte mit Rückansicht

Ich habe die lange Variante genommen, die bei mir länger ist als normal. Bei meiner Größe von 1,52 m geht sie bis zur Wadenmitte. Hinten habe ich die Variante mit Falte genommen, das fand ich in diesem Fall stimmiger und der Rock ist auch weiter als bei der Variante mit Abnähern hinten.

Der Rock trägt sich super, ich habe das Gefühl, keinen Rock zu tragen, da der Stoff so leicht ist.

Dank der Masken brauch ich mein Gesicht nicht unkenntlich zu machen, ein Vorteil von Corona.

Verlinkt bei: Me made Mittwoch, Du für Dich am Donnerstag

Trägerkleid für Erwachsene

(Werbung durch Verlinkung) Es ist wieder der erste Mittwoch im Monat und da treffen sich sehr viele Hobbyschneiderinnen beim Me Made Mittwoch und geben sich ein Stelldichein.

Als die April-Burda herausgekommen ist, hatte ich mich gleich in das rosa Trägerkleid (Modell 104) verguckt. es entspricht genau meinem Beuteschema: angelehnt an die 50er Jahre mit moderner Interpretation. Das musste genäht werden.

Ich habe länger nach dem passenden Stoff für das erwachsene Trägerkleid gesucht, es sollte ein Sommerstoff in einer neutralen Farbe sein. (Mein Gedanke war die umgekehrte Burda-Farbgebung mit grauem Kleid und rosa Shirt). Es ist schließlich eine elastische Leinen-Mischung (Viskoe, Leinen und etwas Elastan) in Jeansoptik geworden.

Das Oberteil vom Kleid habe ich nur an meine „Länge“ angepaßt, sofern man bei 1,52 m von Länge sprechen kann. Für den Rock habe ich wie immer bei Bleistiftröcken meinen Maßschnitt (nach Hofenbitzer) genommen und die Abnäher entsprechend passend zum Oberteil verschoben. Die Nähte habe ich alle schmal abgesteppt, passend zum „Jeansstoff“

Passend zum Kleid musste es auch ein Shirt mit ähnlicher Kragenlösung wie im Burda-Heft sein. Im Heft ist es ein gekauftes Oberteil, ich habe dafür meine Modifikation des Schnittes „Freiburg“ von Pech und Schwefel genommen. Beim Vintagekleid aus Harris-Tweed gezeigt hatte ich mein Vorgehen schon einmal beschrieben und meine Version mit langen Ärmeln gezeigt.

Wenn ich mir die Bilder anschaue, hätte ich den Auschnitt vom Kleid vorn etwas niedriger machen können.

Die Nachmittagssonne blendet leider immer auf dem Balkon, aber morgens vor der Arbeit habe ich keine Ruhe und Zeit für Fotos.

Normalerweise verwirbele ich mein Gesicht auf den Bildern hier im Blog, aber dank Corona und den Mund-Nase-Masken ist es nicht nötig., zumal die Maske auch aus den gleichen Stoff wie das Kleid ist, wenn schon- denn schon.

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Du für Dich am Donnerstag

Fiore-Skirt von Closet Case Patterns

(Werbung durch Verlinkung) Wer mich kennt weiß, dass ich immer wieder gern neue Schnittmuster ausprobiere. Ich surfe einfach zu viel im Internet bei den verschiedenen Schnittmusterherstellern.

In diesem Fall ist es der Fiore-Skirt von Closet Case Patterns, der mir schon beim Erscheinen vor einiger Zeit ins Auge gestochen ist.

Meine genähte Variante ist ein Wickelrock mit einer schrägen Kante und einer Hüftpassentasche. Allerdings habe ich den Rock verlängert, da ich ihn in Midi-Länge haben wollte und nicht knieumspielend wie vorgesehen. Weitere Änderungen habe ich nicht gemacht. Im Schnitt gibt es noch eine schlichte Tellerrockvariante und Eine mit Knopfleiste und aufgesetzen Taschen.

Der Stoff ist das enzymwashed Linnen von Hilco, das einfach eine bewährte Qualität ist. Der Stoff fällt schon schwer, ist recht dicht gewebt, knittert kaum und hat eine verwaschene Optik. Das Bild ist am späten Nachmittag nach einem Bürotag im Sitzen entstanden. Vor vielen Jahren hieß der gleiche Stoff noch Bioleinen.

Mein T-Shirt habe ich nach dem Schnitt K-077 von Garconne (T-Shirtkleid mit überschnittenen Schultern) genäht.

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Du für Dich am Donnerstag,

Hose mit Falte als Verschluss

(Werbung durch Verlinkung) Nachdem ich den letzten Me Made Mittwoch arbeitsbedingt verpaßt habe, bin ich diesmal wieder dabei.

Der Titel vom Beitrag ist etwas verwirrend, paßt aber genau.

Die Hose nach Garconne H-F026

Garconne hat kurz vor der aktuellen vorübergehenden Schließung des Ladengeschäftes (wie alle) wegen des Corona-Virus zwei neue Schnittmuster herausgebracht, ein Kleid und eine Hose. Die Hose, es ist Garconne H-F026 Hose mit Falte, hat mich gleich angesprochen, da sie etwas ungewöhnlich ist. ebenfalls neu bei Garconne ist, dass die neuen Schnittmuster ab sofort farbig gedruckt sind, deshalb auch das „F“ im Namen.

Sie hat keinen Reißverschluss und kein Gummi, sitzt aber dennoch schmal in der Taille. Der Clou sind die beiden großen Falten, eine je Bein, hinter denen sich der Verschluss versteckt.

Das Bild zeigt es genau. In die Falte sind durch alle oberen Lagen zusammen die Knopflöcher eingenäht.

Die Form der Hose an sich ist für mich etwas ungewohnt, sie ist nicht ganz mein normler Stil, aber sie trägt sich sehr angenehm. Der Stoff sollte sehr weich fallen, meiner ist ein Wollstoff mit bordeaux, grauen und schwarzen Fäden.

Hose nach Garconne H-F026 seitlich

Seitlich sieht man die große Falte auch sehr gut, ebenso die Weite vom Bein. Der Bund ist angeschnitten samt Beleg und hinten ist ein Abnäher. Die angeschnittenen Nahttaschen habe ich weggelassen, da ich sie eh nicht benutze. Den Beinverlauf habe ich bei einer Anprobe verändert. Eigentlich ist sie etwas ballonartiger (nur ganz dezent, anders kann ich es nicht beschreiben) und bei der Anprobe mit ungebügelter Seitennaht hat mir der automatische Fall an mir besser gefallen und habe das Bein so abgesteckt und genäht. Bei meiner Größe von 152 cm muss ich auch aufpassen, dass es nicht zu sehr staucht. Die Länge ist knöchellang, nur mein Fotograf macht die Bilder leider immer etwas von oben.

Für Interessierte, meine Jacke ist gestrickt nach der Anleitung Hearten von Kim Haergreaves.

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Du für Dich am Donnerstag,

,

Vintage Kleid aus Harris-Tweed

(Werbung durch Verlinkung) Diesmal bin ich wieder beim Me Made Mittwoch dabei und zeige ein recht aufwändiges Stück, aber dazu später.

Bei Garconne gibt es seit einiger Zeit auch Harris-Tweed zu kaufen und bei einm türkis-blauen Fischgrad konnte ich nicht widerstehen. Für Interessierte gibt es in der Arte-Mediathek einen interessanten Film über diese Tweeds, dort wird auch „mein“ Muster erwähnt, das das Meer widerspiegelt.

Mir gefallen alte Schnittmusterhefte aus den 50er Jahren, dabei besonders die Pramo, die Zeichnungen haben einfach ihren Charme. Vor einigen Jahren habe ich mir über Ebay eine ganze Sammlung zugelegt.

Der Stoff ist sehr kratzig, so dass ich ihn nicht auf der Haut tragen möchte, obwohl ich recht unempfindlich bin. So kam ich auf die Idee, aus dem Tweed ein Trägerkleid zu nähen. Draufhin habe ich die alten Hefte durchgeblättert und bin auf dieses Modell gestoßen in der Pramo 3/1954.

Leider habe ich der Dame beim Fotografieren den Kopf etwa abgeschnitten. Der Stoff ist kein preiswertes Vergügen, er liegt wegen des Handwebstuhls auch nur 78 cm breit und ich wollte deshalb einen schmalen Rock. So habe ich das Oberteil von diesem Kleid genommen und habe meinen üblichen schmalen Rock daran gesetzt.

Sicherheitshalber habe ich aus alten Bettlaken ein Probekleid genäht, denn ich traue diesen alten Schnitten nicht, damals waren die Figuren anders und es gibt auch keine Maßtabellen, Die Schnitte werden nach der Oberweite ausgewählt. Außer meinen üblichen Änderungen (Längenanpassung und schräge Schultern) musste ich recht wenig ändern.

Für die Verarbeitung musste ich mir einiges Überlegen. Das Kleid musste komplett gefüttert werden, Belege aus dem Tweed sind zur kratzig und zu dick. Statt Belegen habe ich auf die Halsauschnitt- und Armauschnittkanten einem belegartigen Streifen aus Seidenorganza aufgehext, Bügeleinlage wollte ich nicht auf den Oberstoff nähen. Den Miedereinsatz habe ich auch mit Organza verstärkt.

Auf das Oberteil habe ich das Futter von Hand aufgenäht nach der Methode von Allison Smith, von der ich mir ein Paar Onlinekurse bei Craftsy gekauft hatte. Die Kurse mit Coutoure-Methoden sind Gold wert. Durch diese Methode aus dem Video „Coutoure-Dressmaking“, blitzt das Futter nicht wie beim Verstürzen an den Kanten heraus. Hier hatte ich schon mal über die Kurse und Allision Smith berichtet.

Wie in den 50ern üblich, hat der Rock hinten keinen Schlitz sondern eine breite Falte für die Bewegungsfreiheit.

Auch bei meinem T-Shirt habe ich mal wieder zwei Schnitte zusammen gebastelt. Ich brauchte einen halsnahen Ausschnitt wegen der Kratzerei des Stoffes und als ich bei Pech und Schwefel den Schnitt Freiburg gesehen hatte, musste es dieser Ausschnitt sein. Er paßt optimal zum Look der 50er Jahre. Den Schnitt habe ich mir gekauft und an meinen Standard-Schnitt für T-Shirts angelegt.

Kombiniert Ihr auch gerne mehrere Schnitte zu einem Neuen?

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Du für Dich am Donnerstag,

Ungewohnt leger…

(Werbung durch Verlinkung) …bin ich heute unterwegs.

Letzten Winter habe ich mir zwei für mich sehr schmale Jeans gekauft. Sie saßen einfach zu gut, was mich bei Konfektionsware sehr überrascht hat. Beide sind das gleiche Modell nur eine in grau und eine in dunkelblau. Nur mit meine kurzen Strickjacken fühlte ich mich nicht wirklich wohl und habe die beiden Hosen selten getragen.

Eine neue längere Jacke musste her. Der Stoff war sehr schnell klar: ein dunkelgrauer Merinofeinstrick in einer nicht zu dicken Qualität. Aber welcher Schnitt? Da war ich sehr unschlüssig, bis mir die Inhaberin von Garconne erzählt hat, welche Schnitte gerade in Arbeit sind. Und endlich ist er fertig und meine Jacke auch.

Der Schnitt, der für alle weichen Stoffe gedacht ist, ist die die lockere Jacke ohne Verschluss (Garconne J-063). Das Modell im Laden, das auch auf dem Schnitt abgebildet ist, ist aus einer Webware. Mir gefällt am Schnitt, dass er locker ist, aber nicht zu weit. Am Vorderteil ist eine Art Zipfel angeschnitten, die so schön wasserfallartig fällt (besonders bei meinem weichen Strick 😉 ) Die Kragenansatznaht geht in den Vorderteilen in einen Abnäher (Brustabnäher) über, weshalb der Sitz sehr gut ist.

Im Schnitt sind zwei Längen enthalten, wobei ich die Längere gewählt habe, so dass die Jacke meine Hüften umspielt. Damit alle Kanten so schön weich fallen, habe ich die Säume gecovert. Nur leider sind so keine Briefecken möglich, da man nicht um die Ecke covern kann. Am hinteren Halsausschnitt habe ich ein Ripsband über die Nahtzugaben genäht, um den Ausschnitt im Zaum zu halten. Bei Strickstoffen und Jersey habe ich die Erfahrung gemacht, dass sonst der Schalkragen immer weiter wird. Die Länge vom Band entspricht der Ausschnittweite vom Schnitt.

Ich muss sagen, in der Jacke, deren Schnitt für mich ungewohnt ist, fühle ich mich richtig wohl und werde sie mit den beiden Jeans oft tragen.

Verlinkt bei: Creadienstag, Me Made Mittwoch, SewLaLa und Du Für Dich am Donnerstag