Vintage Kleid aus Harris-Tweed

(Werbung durch Verlinkung) Diesmal bin ich wieder beim Me Made Mittwoch dabei und zeige ein recht aufwändiges Stück, aber dazu später.

Bei Garconne gibt es seit einiger Zeit auch Harris-Tweed zu kaufen und bei einm türkis-blauen Fischgrad konnte ich nicht widerstehen. Für Interessierte gibt es in der Arte-Mediathek einen interessanten Film über diese Tweeds, dort wird auch „mein“ Muster erwähnt, das das Meer widerspiegelt.

Mir gefallen alte Schnittmusterhefte aus den 50er Jahren, dabei besonders die Pramo, die Zeichnungen haben einfach ihren Charme. Vor einigen Jahren habe ich mir über Ebay eine ganze Sammlung zugelegt.

Der Stoff ist sehr kratzig, so dass ich ihn nicht auf der Haut tragen möchte, obwohl ich recht unempfindlich bin. So kam ich auf die Idee, aus dem Tweed ein Trägerkleid zu nähen. Draufhin habe ich die alten Hefte durchgeblättert und bin auf dieses Modell gestoßen in der Pramo 3/1954.

Leider habe ich der Dame beim Fotografieren den Kopf etwa abgeschnitten. Der Stoff ist kein preiswertes Vergügen, er liegt wegen des Handwebstuhls auch nur 78 cm breit und ich wollte deshalb einen schmalen Rock. So habe ich das Oberteil von diesem Kleid genommen und habe meinen üblichen schmalen Rock daran gesetzt.

Sicherheitshalber habe ich aus alten Bettlaken ein Probekleid genäht, denn ich traue diesen alten Schnitten nicht, damals waren die Figuren anders und es gibt auch keine Maßtabellen, Die Schnitte werden nach der Oberweite ausgewählt. Außer meinen üblichen Änderungen (Längenanpassung und schräge Schultern) musste ich recht wenig ändern.

Für die Verarbeitung musste ich mir einiges Überlegen. Das Kleid musste komplett gefüttert werden, Belege aus dem Tweed sind zur kratzig und zu dick. Statt Belegen habe ich auf die Halsauschnitt- und Armauschnittkanten einem belegartigen Streifen aus Seidenorganza aufgehext, Bügeleinlage wollte ich nicht auf den Oberstoff nähen. Den Miedereinsatz habe ich auch mit Organza verstärkt.

Auf das Oberteil habe ich das Futter von Hand aufgenäht nach der Methode von Allison Smith, von der ich mir ein Paar Onlinekurse bei Craftsy gekauft hatte. Die Kurse mit Coutoure-Methoden sind Gold wert. Durch diese Methode aus dem Video „Coutoure-Dressmaking“, blitzt das Futter nicht wie beim Verstürzen an den Kanten heraus. Hier hatte ich schon mal über die Kurse und Allision Smith berichtet.

Wie in den 50ern üblich, hat der Rock hinten keinen Schlitz sondern eine breite Falte für die Bewegungsfreiheit.

Auch bei meinem T-Shirt habe ich mal wieder zwei Schnitte zusammen gebastelt. Ich brauchte einen halsnahen Ausschnitt wegen der Kratzerei des Stoffes und als ich bei Pech und Schwefel den Schnitt Freiburg gesehen hatte, musste es dieser Ausschnitt sein. Er paßt optimal zum Look der 50er Jahre. Den Schnitt habe ich mir gekauft und an meinen Standard-Schnitt für T-Shirts angelegt.

Kombiniert Ihr auch gerne mehrere Schnitte zu einem Neuen?

Verlinkt bei: Me Made Mittwoch, Du für Dich am Donnerstag,

12 Gedanken zu „Vintage Kleid aus Harris-Tweed“

  1. Ein tolles Kleid hast du dir genäht. Aus so einem edlen Stoff wirst du es sicher lange tragen können. Die Verarbeitung des Futters werde ich mir einmal genauer anschauen. Schon lange habe ich nicht mehr bei Craftsy vorbeigeschaut, obwohl ich die Kurse eine Zeit lang sehr geschätzt habe.

    LG Carola

    1. Vielen Dank.
      Craftsy gibt es leider nicht mehr, der Nachfolger, der Craftsy übernommen hat, heißt Bluprint und arbeitet leider mit einem Abo-System und nicht mit Kaufvideos.
      LG Anette

  2. Wow, Kleid und das dazu passende Shirt sind beide klasse geworden und passen wie angegossen. Du hast diesem schönen Stoff wirklich zu einem großen Auftritt verholfen. Den Rock als schmale Version zu nähen war eine gute Wahl. Viel Freude damit
    lG Silke

    1. Vielen Dank.
      De Verstärkung mit Seidenorganza gefällt mir gut, es ist nicht so steif wie eine Bügeleinlage. Es wird stabilisiert und nicht versteift.
      LG Anette

    1. Vielen Dank.
      Ohne Probemodell gehtves bei diesen alten Schnitten nicht. Trau Dich einfach mal ran.
      Allerdings sind die Anleitungen extrem sparsam, da hilt ein gutes Grundlagenbuch, falls noch nicht so viel Erfahrung vorhanden ist.
      LG Anette

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