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Schrägband an Ausschnitten

In diesem Beitrag zeige ich das Verstürzen von Kanten mit Schrägband, wie es bei Garconne gerne gemacht wird.

Diese Methode eignet sich besonders für Hals- und Armausschnitte und ist eine Alternative zum Verstürzen mit Belegen. An den Ausschnitten wird die normale Nahtzugabe von 1 cm angeschnitten.Schraegband-1Als erstes wird das vorgefalzte Schrägband aufgebügelt, man kann aber auch selber geschnittenes Schrägband (3 cm breit) verwenden.Schraegband-2Schraegband-3Anschließend wird es von rechts auf die Ausschnittkante gesteckt und 1 cm breit aufgenäht.Schraegband-4Nun schneide ich beim vorgefalzten schrägband, das normalerweise 4 cm breit ist, 1 cm ab. Praktischerweise sieht man die alte Falzline noch nach dem Bügeln, sie geht nicht wirklich raus.Schraegband-5Schraegband-6Gebügelt werden muss auch. Das Schrägband wird nun nach oben gebügelt.Schraegband-7Im nächsten Schritt wird das Band um die Nahtzugaben herum gelegt. Wenn die Naht überall 1 cm breit ist, erübrigt sich ein Abmessen. Das verwendete Baumwollschrägband lässt sich gut mit den Fingern “bügeln”.Schraegband-8Schraegband-9Dann wird die komplette Nahtzugabe samt Schrägband nach innen umgelegt und festgesteppt.

Als letzten Schritt wird alles noch schön gebügelt – fertig.SchraegbandeinfassungDiese Schrägbandeinfassung sieht schön sauber aus und man kann damit auch etwas zu weite Ausschnitte auch gut enhalten. Von außen sieht man nur die letzte Naht. In meinem Fall ist es ein Etuikleid, bei dem die Naht durch das Muster verschluckt wird.

Wenn ein Kleidungsstück sehr elegant sein soll, sollte lieber mit einem Beleg unsichtbar verstürzt werden.

 

Gummibund von Walkröcken

Nach langer Zeit habe ich aus einem walkähnlichen Stoffe einen Rock  genäht, der einen Gummibund hat. Das war die Gelegenheit Bilder für diese Anleitung zu machen. Hier wird allerdings nur das Einarbeiten des Gummis beschrieben, nicht die Schnittkonstruktion!

Bei Walk bietet sich ein Gummibund an, da der Stoff elastisch genug ist und man sich dann einen Reißverschluss sparen kann ;-)  So ein Gummibung trägt auch nicht auf, da der Rock in der Taille keine Mehrweite hat.

Der Schnitt muss einen angeschnittenen Bund mit angeschnittenem Beleg haben. Beispiel für solche Schnitte sind (von Garconne) R-002, R-003 oder R-009, um die beliebtesten Modelle für Walk zu nennen. Es gibt aber noch andere.

Als erstes messe ich das breite Gummiband ab. Ich nehme Taillenweite ohne weitere Zugaben, dadurch wird es nach dem Zusammennähen 2 cm enger als Taillenweite, da ich zu weite Gummibunde nicht mag. Dann lege ich die Enden 2 cm übereinander und nähe einige Male zickzack-förmig von oben nach unten und umgekehrt. Das Gummi ist zum Ring geschlossen.Gummibund-1Dann teile ich den Gummi-Ring und die obere Rockkante je in 4 Teile und markiere es mit Stecknadeln, was ich nicht extra fotografiert habe. Anschließend wird das Gummi unter die obere Kante vom Rock gesteckt, wie breit hängt vom Schnitt ab. Ich habe es mir mit wagerecht gesteckten Nadeln markiert. Dazu fange ich mit den vorher markierten Vierteln an und nehme mir dann die Zwischenbereiche vor. Dabei muss man das Gummi aber dehnen, da es kürzer als die Rockoberkante ist.Gummibund-2Als nächsten Schritt nähe ich das Gummi 2 mm neben der Schnittkante an den Rock und noch ein zweites Mal steppfußbreit daneben. Dabei muss auch hier immer das Gummi gedehnt werden aud die Länge von der Rockoberkante.Gummibund-3Gummibund-4Gummibund-5Und so sieht es von innen aus:Gummibund-6Als letztes wird das Gummi nach innen umgeklappt, mit Nadeln fixiert und von der Gummibandseite aus doppelt abgesteppt. (Auch hier dehnen!)

Gummibund-7Gummibund-8

Als allerletzter Schritt muss alles nur noch gut mit Dampf bebügelt werden.Gummibund-fertigFertig!

P.S. ich sollte mir mal einen neuen Bezug fürs Bügelbrett nähen, Bügeleinlage hinterläßt auf Dauer einfach Spuren…

 

Wasserfalleinsatz

Stellvertretend für alle Wasserfallausschnitte zeige ich hier, wie man den Wasserfalleinsatz von K-051 bzw. S-032 näht.

Als erstes mache ich den rückwärtigen Halssausschnitt fertig. Man kan ihn covern, mit der Zwillingsnadel säumen oder mit einer elastischen Borte verstürzen, wie bei mir.Wasserfalleinsatz-1Dann kommen die Schulternähte, der Knackpunkt, an die Reihe.

Dazu lege ich die Schulternaht vom Rückenteil mit der linken Seite auf die rechte Seite des Beleges (beim Wasserfalleinsatz kann man sich eine Seite als Beleg aussuchen, da das Schnitt-Element symetrisch ist) und lege die Schulternaht des Vorderteils darüber. Auf dem Foto liegt alles extra etwas versetzt zum Verdeutlichen.Wasserfalleinsatz-3Die Schulternaht wird genäht.Wasserfalleinsatz-4Wenn jetzt noch alles auseinandergezogen bzw. umgeklappt wird, ist die Schulter fertig. Die andere wird genauso gearbeitet.

Wasserfalleinsatz-5

Im nächsten Schritt werden für den Wasserfalleinsatz die Ansatzkanten aufeinandergelegt, an das unter Vorderteil gesteckt und genäht.Wasserfalleinsatz-6Wasserfalleinsatz-7Die Nahtzuageben der Teilungsnaht werden nach unten gebügelt und können mit der Zwillingsnadel oder Cover doppelt agbesteppt werden.

Und nun das fertige Shirt an der Frau:Wasserfalleinsatz im Shirt

Nahtzugaben zurückschneiden

In diesem Tutorial zeige ich das Zurückschneiden von Nahtzugaben an verstürzten Kanten.

Diese findet man immer wieder bei Ausschnittkanten, Tascheneingriffen und anderen Stellen mit Belegen. In dem meisten Anleitungen heißt es einfach nur: Nahtzugaben stufenweise zurückschneiden und an den Rundungen einschneiden.

Als erstes Nähe ich den Beleg an die zu verstürzende Kante.vorherDann schneide ich bei den Teilungsnähten links und rechts der Teilungsnaht bis zur “verstürzenden” Naht ein und die Nahtzugaben ab. Dabei achte ich darauf, keine Naht zu verletzen.

Naht vorherNaht hinterher

Anschließend kommen Abnäher an die Reihe, sofern vorhanden. Hier schneide ich die Nahtzuaben des Abnähers ab bis dicht an die Nähte. Ich hoffe, dass man es auf den Bildern gut erkennen kann. Abnäher vorherAbnäher nachher

Dann kommen die restlichen Nahtzugaben an die Reihe und werden stufenweise zurückgeschnitten, damit sie sich nicht unschön durchdrücken. Zuerst schneide ich die Nahtzugaben des Belegs auf ca. 5 mm breit zurück. Dabei werden die hochstehenden Nähte der Teilungsnähte und Abnäher  nicht mit abgeschnitten, damit sie nicht aufgehen. Anschließend schneide ich die Kante des Oberstoffes soweit zurück, dass sie etwas breiter ist als die vom Beleg.

Kante 1 Kante 2

Und als letzter Schritt wird die Kante bei Rundungen eingeschnitten und zwar abwechselnd einmal vom Beleg und einmal vom Oberstoff. Damit werden unschöne Löcher und Dellen im der verstürzten Kante vermieden.EinscheidenDurch dieses Zurückschneiden wird die Kante dünner und gleichmäßiger und trägt nicht so auf. Allerdings sind Änderungen kaum mehr möglich. Das Zurückschneiden wird deshalber erst nach der Anprobe gemacht und sieht am Ende so aus:fix und fertigDer Stoff im gezeigten Beispiel hat eine unbedruckte, weiße Rückseite und eine Vorderseite mit einem dunklen Druck. Ich hoffe, dass man dadurch die Details gut erkennen kann.

Schnitte stauchen Teil 1(Oberteile)

Alle Hersteller von Schnittmustern (und die Konfektion) gehen immer von Standardgrößen bzw. -Längen aus, meist sind es 168 cm Körperhöhe. Wenn man, wie ich, nicht der Normgröße entspricht, müssen die Schnitte angepaßt werden. Im Fall von Verkürzen nenne ich es “Stauchen”.

In der Burda-Zeitschrift gab es immer wieder Anleitungen zum Anpassen an die eigene Körperhöhe wie diese von 2011. Zum Vergrößern und Lesen bitte anklicken.Schnitte stauchenMit meiner Größe von 152 cm ist mir alles viel zu lang und muss es entsprechend anpassen. Mir sind sogar Kurzgrößen (160 cm) zu lang.

Als erstes vergleiche ich bei Oberteilen die Brusttiefe, vordere und rückwärtige Länge mit denen des Schnittmusterherstellers, um zu erfahren, wieviel ich wo stauchen muss. Wenn es nicht in der Maßtabelle angegeben ist, messe ich den Schnitt aus.

Bei mir ist die Brusttiefe 1 cm weniger und die vordere (und rückwärtige) Länge insgesamt 4 cm nach der Burda-Maßtabelle für Normalgrößen. Zum Stauchen falte ich den Schnitt im rechten Winkel zum Fadenlauf und mache eine Falte mit dem halben Kürzungsbetrag. Ich nehme 1 cm in Armlochhöhe (für die geringere Brusttiefe) und 3 cm für die restliche Länge durch Wegfalten zwischen Brust und Taille heraus.

Meine Arme sind 9 cm kürzer als die Burda-Maßtabelle. Da nehme ich 1 cm in Höhe der Armkugel heraus. Da bei Burda die Armkugel immer sehr hoch ist, nehme ich den gleichen Betrag von 1 cm, um den ich das Oberteil in Armlochöhe gestaucht habe. Eigentlich dürften es nur 7 mm sein wegen der Einhalteweite. Von den restlichen 8 cm nehme ich 4 cm ca. oberhalb des ellenbogens und 4 unterhalb heraus. Dadurch bleiben die Proportionen erhalten.

Wenn die Ärmel Bündchen oder Manschetten haben, schaue ich mir deren Breite an und kürze sie um 0,5 oder 1,0 cm und den restlichen Ärmel weniger.

Durch das Wegfalten von Länge erhalten die Teile des Schnittmuster Zacken, die ich beim Zuschneiden ausgleiche und egalisiere.

Bei anderen Schnittmuster-Herstellern kürze ich anders: Bei Garconne z.B. stauche ich Oberteile nur um insgesamt 3 cm unterhalb der Brust. Die Brusttiefe ist  ca. 0,5 cm weniger als bei Burda, da Kürze ich nicht. Außerdem sind die Armlöcher relativ niedrig (besserer Sitz!). Wenn da gestaucht werden muss, würde ich es direkt unterhalb des Armloches machen. Das Armloch und die Armkugel belasse ich , wie sie ist.

Als Beispiel für einen gestauchten Schnitt zeige ich hier eine Wickelbluse von Garconne.Wickelbluse gestauchtHier habe ich beim Ärmel die herausgenommenen Längen etwas anders verteil, da es eine 3/4-Arm-Variante gibt. Ich habe es in 2/3 und 1/3 aufgeteilt.

Bei Querteilungen überlege ich immer gründlich, damit die Proportionen erhalten bleiben.

Diesen Beitrag werde ich um Schnittbesonderheiten ergänzen, sobald ich entsprechende Schnitte stauchen muss.

In einem weiteren Teil zu diesem Tutorial werde ich die “Unterteile” wie Röcke und Hosen behandeln. Sonst gibt es zuviel Text auf einmal.

Bei Fragen helfe ich gerne weiter.

Reißverschluss in Walk nähen

In diesem Tutorial zeige ich, wie ein teilbarer (hier Metall-) Reißverschluss (kurz RV) in Walk eingearbeitet wird. Das Prinzip ist immer das gleiche, egal ob es eine Jacke, Weste oder was auch immer ist.

Als erstes muss der Reißverschluss eventuell gekürzt werden. Das wird hier erkärt.

Dann wird der RV geöffnet und mit den Zähnchen Richtung Seitennaht auf der rechten Seite des Kleidungsstückes festgesteckt. Oben sollte die Klammer genau mit der Kante abschließen. Das Bändchen steht dabei über. Unten muss der RV nicht bündig sein. Ich mag es lieber, wenn im geschlossenen Zustand das untere Ende vom Zipper mit dem Saum bündig abschließt. Das Bild zeigt den Bereich mit dem RV.RV-Walk 1Als nächstes wird der RV mit dem einseitigen RV-Fuß der Nähmaschine festgenäht.

RV-Walk 2Bei der Hälfte mit den Schiebern muss man etwas tricksen, um daran vorbei zu kommen. Ich nähe bis zu den Schiebern, die sich irgendwo in der Mitte befinden, ziehe das Nähgut etwas zur Seite und schiebe die Schieber nach hinten. Dann ziehe ich den Oberfaden durch Zug oberhalb der Maschiene wieder straff, schiebe das Stück wieder richtig unter die Nadel,  nähe 1 Stich vor und zurück und dann weiter.

Nun wird der RV nach innen geklappt, das oben überstehende RV-Band straff nach unten legt. Ein ca. 3 cm breite Walkstreifen, der etwas länger ist als die Verschlussöffnung, wird so darunter gelegt und gesteckt, dass er neben den Zähnchen übersteht. Der RV wird jetzt schmal festgenäht (geht mit dem normalen Fuß) fortlaufend bis zum Saum, auch wenn der RV vorher endet.

RV-Walk 3RV-Walk 4

Anschließend wird der RV noch einmal breiter abgesteppt, um das Bändchen komplett zu verstecken. Ich nehme immer das Handmaß als Hilfsmittel und steppe 1 cm neben der ersten Naht. (Beim Fotografieren ist des Handmaß etwas verrutscht) Auch hier wird bis zum Saum genäht.RV-Walk 5Als letzes wird der gegengesetzte Walkstreifen zurückgeschnitten. Bei den Zähnchen und der oberen und unteren Kante schneide ich bündig ab, innen auf der Rückseite knapp neben der Naht.

RV-Walk 6Fertig! RV-Walk fertigIn diesem Fall ist es eine Weste nach Schnitt K-020 von Garconne, die ich hier schon einmal an der Frau gezeigt habe.

Von innen sieht es dann so aus:RV-Walk fertig innen( Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.)

Metallreißverschluss kürzen

Einen Reißverschluss (kurz RV) aus Metall zu kürzen ist viel einfacher als gedacht und leider immer wieder nötig, da es sie oft nicht in der benötigten Länge gibt. Die RVs, auch 2-Wege, werden am oberen Ende gekürzt. Am unteren Ende ist das Einfädelstück, da kann nicht gekürzt werden.

RV-1Das erste Bild zeigt den RV mit der bereits markierten Länge und das benötigte Werkzeug:  einen Schlitz-Schraubendreher und eine Kombizange. (Der Untergrund ist mein Bügelbrett, das als Multifunktionsmöbel im Nähzimmer dient….)

Als erstes wird an einer RV-Hälfte des geöffneten RVs die Klammer am oberen Ende mit dem Schraubendreher aufgehebelt und abgezogen. Achtung, sie wird noch gebraucht!

RV-2 RV-3

Dann wird mit der Kombizange Zähnchen für Zähnchen mit gefühlvoller Kraft abgezogen. Man kann die Zähnchen auch mit einer Kneifzange abknipsen. Ich ziehe immer zuerst das Zähnchen an der Markierung ab und dann einige oberhalb.

RV-4 RV-5

Damit der Schieber später beim Schließen des RV nicht abrutschen kann, muss die Klammer wieder oben ans Ende. Sie wird wieder auf das Bändchen vom RV geschoben (vorher eventuell etwas weiter aufbiegen) und mit der Zange festgedrückt, wirklich fest, damit sie auch da bleibt… Anschließend wird der RV oberhalb der zahnlosen Stelle abgeschnitten.

RV-6 RV-7

Nun folgt nur noch die andere Seite und der RV kann eingenäht werden.

RV-fertig

Füttern einer Jacke

Das Füttern einer Jacke ist viel einfacher als man denkt.

Für mich war es früher ein “Buch mit sieben Siegeln”, aber mittlerweile ist es kein Problem mehr dank eines Tipps von Frau Löslein von Garconne.

In diesem Tutorial zeige ich das Füttern am Beispiel einer Jacke nach dem Schnitt Garconne J-050.

Als erstes kommt der Zuschnitt:Fuettern ZuschnittIm Bild ist der Zuschnitt des Oberstoffs zu sehen. Die Saumzugaben sind überall 4 cm, Teilungsnähte haben 2 cm und alles restlichen Kanten 1 cm Nahtzugabe. Es gibt einen vorderen und rückwärtigen Beleg. Die Jacke wird je nach Modell genäht. An den Säumen werden die Zugaben nach innen umgebügelt, mehr noch nicht.

Fuettern Zuschnitt 1Aus Futterstoff werden die Körperteile minus Belege und Armel zugeschnitten. Die Saumzugaben betragen hier nur 1 cm (wichtig!) und in der hinterne Mitte gibt es jetzt einen Stoffbruch. Die ehemals hintere Mitte liegt an der schmalsten Stelle 2 cm vom Stoffbruch entfernt für die spätere Bewegungsfalte. In meinem Fall habe ich die rückwärtige Passe ohne Bewegungsfalte zugeschnitten, normalerweise erhält das komplette Rückenteil die Zugabe für die Falte. Bei der Passe wäre es mir aber wegen der Teilungsnaht zu sperrig geworden.

Im nächsten Schritt werden die Futterteile zusammengenäht. Als erstes habe ich die Bewegungsfalte oben und unten einige cm zugenäht und zu einer Seite gebügelt.

B-Falte B-Falte 1

Dann die Teile wie beim Oberstoff zusammennähen. Falls Abnäher vorhanden sind, auch diese nähen.

Als nächstes nähe ich das Futter fortlaufend an die vorderen und rückwärtigen Besätze. Dazu stecke ich das Futter rechts auf rechts auf den Besatz, lasse aber 3 cm an den Saumzugaben vom Oberstoff frei. (Oberstoff hatte 4 cm und Futter 1 cm Saumzugabe = 3 cm frei)

Futter BesatzFutter Besatz1Saum Ecke

Ich bügel die Nahtzugaben ins Futter.

Nun kommen die Ärmel an die Reihe, bevor die untere Kante der Jacke gemacht wird. Ich finde es zu diesem Zeitpunkt praktischer, weil unten noch alles offen ist. Ich schiebe die Futterärmel in die Jakce, wie sie später sitzen sollen, um ein Verdrehen zu vermeiden. Dann klappe ich die Saumzugaben vom Obertoff nach innen, schlage die Nahtzugaben vom Futter ein und halte es aufeinandergelegt fest. Das ist im folgenden Bild gezeigt.

Futter-AermelIch greife nun von unten zwischen Oberstoff und Futter und ziehe den Ärmel heraus. Dann stecke ich die Zugaben ringsherum aufeinande rund nähe sie zusammen. Wenn jetzt die Saumzugaben vom Oberstoff umgelegt werden (wie vorher umgebügelt) kann der Saum am Oberstoff festgenäht werden.

Futter-Aermel 1 Futter-Aermel 2

Der Ärmel ist fertig und kann wieder auf die richtige Seite gezogen werden. Der zweite Ärmel wird genauso gearbeitet.

Als letztes kommt der Saum mit der vorderen Ecke. Und da kommt der Trick von Garconne ins Spiel.

Ich drehe alles auf links. Der Besatz an der vorderen Kante wird nach außen geklappt und wie auf dem zweiten Bild auf den Saum gesteckt. Das dritte Bild zeigt die Rückseite um Verständnis. (Zum Vergrößern bitte aufs Bild klicken)

Besatz von umgeklapptBesatz gestecktFutter Ecke Rueckseite

Im vorderen Bereich ist die Naht noch gerade, wird aber zum Futter hin schräg. Mit Kreide ist die spätere Naht eingezeichnet zum Verdeutlichen. Fortlaufend wird die Naht bis ca. zur Hälfte des Rückenteils (Halfte zwischen Mittelnaht und Seitennaht) gesteckt und genäht. Die andere Seite gegengleich verarbeitenAuf diese Weise wird die Ecke und ein Teil vom Saum verstürzt. Dabei entsteht nach dem Bügeln eine Bewegungsfalte. Das folgende linke Bild zeigt die gewendete Ecke, das rechte Bild die gebügelte.

Futter Ecke gewendetFutter Ecke gebuegelt

Im nächsten Schritt wird die Saumzugabe vom Oberstoff festgenäht. Es bleibt nun nur noch eine Öffnung in der hinteren Mitte, die von Hand geschlossen werden muss.

Futter SchlussAls allerletzter Schritt wird die untere Kante am Saum so gebügelt, dass eine Bewegungsfalte ensteht.

Ich muss allerdings noch warten, da die Knöpfe und Knopflöcher noch fehlen. Ich mache die Knopflöcher bei Garconne mit dem Knopflochautomat, ein Dürkop aus den 50er-Jahren. Zum Vernähen der Fäden muss ich noch an die Innenseite kommen können.

Nahtverdeckter Reißverschluss

Vielen dürfte das Einsetzen von nahtverdeckten Reißverschlüssen nicht neu sein, trotzdem schreibe ich diese Anleitung.

Es gibt verschiedene Methoden, nahtverdeckte Reißverschlüsse einzunähen.  Der Vorteil dieser Art ist, dass das Kleidungsstück anprobiert werden kann, bevor der Reißverschluss fest drin ist. Es gibt Anleitungen, die erst den Reißverschluss (RV) einnähen und dann die Naht schließen, was  ich sehr unpraktisch finde.

Die Teilungsnaht, in die der RV kommt, wird im Bereich des RVs mit großem Stich  geheftet und im Rest normal genäht, das Verriegeln nicht vergessen! Bei elastischen Stoffen oder gebogenen Nähten bügele ich zuerst im Bereich des RVs eine dünne Gewebeeinlage oder eine Fadenverstärkte auf, damit sich nichts verzieht und anschließend beult. Die Nahtzugaben auseinanderbügeln und die Heftnaht lösen.Naht-RV-EinlageDann stecke ich den RV rein:  Da die RVs oberhalb der Spirale  je nach Hersteller unterschiedlich lang sind, messe ich am Kleidungsstück an der oberen Kante die Nahtzugabe ab, lege am RV das überstehende Bändchen um und schiebe es unter die umgelegte Nahtzugabe. Mit Stecknadeln fixieren. Andere Seite ebenso stecken.

Naht-RV-1 Naht-RV-2Naht-RV-3

Dann stecke ich den geschlossenen RV erst an einer Seite so unter den Stoff, dass die Stoffkante genau auf der Rille des RVs liegt und hefte dann die Seite genau bis zum unteren RV-Ende. Anschließend kommt die andere Seite an die Reihe. Beim Stecken kann man sehr gut auf Musterstreifen o.ä. achten.

Naht-RV-4 Naht-RV-5Naht-RV-6 Naht-RV-7Jetzt kann das Kleidungsstück anprobiert werden, falls nötig.

Für den nächsten Arbeitsschritt wird der Schieber ganz nach unten ans RV-Ende geschoben. Der RV wird nun mit der Maschine gegen Rutschen fixiert. Dazu nähte ich das Bändchen auf der Nahtzugabe genau bis zum Schlitzende fest. Der Heftfaden wird entfernt.

Naht-RV-8 Naht-RV-9Naht-RV-10

Jetzt wird der RV endgültig fest genäht mit dem Spezialfüßchen, das je nach Fabrikat unterschiedlich aussieht. Beim Nähen streiche ich den Stoff unterhalb den RVs seitlich weg, damit sich nichts verschiebt und drücke mit der andern Hand, die hier die Kamera hält, den RV platt. Ich fange dabei immer von oben an.

Naht-RV-11 Naht-RV-12

Nun muss der Schieber wieder nach oben. Dazu drücke ich den “Anfasser” des Schiebers zwischen den Bändchen durch und ziehe den RV zu. Im Bereich des Naht- bzw. Schlitzendes muss man vorsichtig ziehen und zerren, es hakt immer etwas. Nun muss nur noch der RV von rechts vorsichtig gebügelt (ausgebügelt) werden. Fertig.

Naht-RV-13

Oft ist unklar, wie die obere Kante bei Kleidern oder beim Füttern im Bereich des RVs gehandelt wird. Das folgende Beispiel ist ein Rock mit Beleg an der oberen Kante.

Ich öffne den RV und lege den Beleg (oder Futter) nach außen, dabei achte ich darauf, dass oben möglichst weit umgelegt wird. Mit dem einseitigen RV-Füßchen nähe ich neben der Spirale den Beleg auf der Nahtzugabe fest. Oben beginne ist ich etwas unterhalb der Kante. Sie wird später schöner, da der Schieber sich so besser verstecken kann. Ich beginne immer von oben, damit sich nichts verzieht.

Naht-RV-14 Naht-RV-15

Zum Schluß den Beleg wieder nach innen wenden, RV schließen und von beiden Seiten bügeln.

Naht-RV-16 Naht-RV-17

 

 

 

 

Doppelnaht bei Walk

Oft wird gefragt, wie bei Garconne die Nähte bei Walkloden gemacht werden. Es ist viel einfacher als gedacht.

Ich schneide bei Walk immer 1,5 cm Nahtzugaben (oder breiter je nach Stelle) an. Es verbraucht zwar etwas mehr Stoff, läßt sich er besser doppelt absteppen.

Zuerst wird (wie immer) die Naht rechts auf rechts genäht.Doppelnaht Schritt1

Dann werden die Nahtzugaben in eine Richtung gelegt und von rechts schmal abgesteppt. Ich hab eine Geradstichmaschine und orientiere mich am Nähfuß. Bei normalen Haushaltsmaschinenen kann man mit der Nadelposition spielen, damit de Abstände passen. Ich bügeln nicht bei diesem Schritt, sondern drücke vor der Nadel mit dem Finger die Nahtzugaen flach. Beim Bügeln besteht die Gefahr, dass der Walk gedehnt wird und dadurch breiter wird.

DSCI0004-1 Doppelnaht Schritt2

Anschließend wird die innere Nahtzugabe schmal zurückgeschnitten.

Doppelnaht Schritt 2 links Doppelnaht Schritt3

Nun wird das letzte Mal von rechts die Naht steppfußbreit (ca. 5 mm) abgesteppt. Im Bild ist die Ansicht von hinten bzw. von der linken Seite.

Doppelnaht Schritt 4 linksIm letzten Schritt wird die restliche Nahtzugabe zurückgeschnitten und nun die Naht gebügelt.

Doppelnaht Schritt 5 Doppelnaht nach Schritt5

Fertig:

Doppelnaht fertigDiese Naht kann natürlich auch bei Schnittmustern andere Hersteller eingesetzt werden. Bei der grauen jacke nach einem älteren Burdaschnitt (ich nähe Schnitte von allen möglichen Herstellern, nicht nur Garconne) habe ich alle Nähte doppelt abgesteppt, wodurch die kreisförmigen Nähte besonders betont werden.Doppelnaht Beispiel