Me-Made-Mittwoch 26.11.2014

Wie ich letztens schon mal geschrieben habe, ich ein Standardoutfit von mir in der kühleren Jahreszeit Walkweste mit T-Shirt.

Top-FalteHeute, am Me-Made-Mittwoch, trage ich eine bunte Mischung an Schnitten:

Für die Weste habe ich (im letzten Winter) eine Idee von Dawanda abgekupfert und einen Schnitt von Garconne modifiziert. (Ich verwende Schnittmuster oft als Grundschnitt und verändere sie) Es war das Top W-006. Um die Brustabtrennung mit der Falte zu erhalten, habe ich die Wiener Nähte in einen normalen Brustabnäher zurückverwandelt, die Abtrennung in der bewünschten Form gemacht und den Brustabnäher in die vordere Mitte verlegt. Und statt Abnäher habe ich eine Falte gelegt. Meine “Vorlage ” von Dawanda war ohne Reissverschluss, aber da ich die Nähte mit dunkelgrauem Garn abgesteppt habe, fand ich den dunklen Reissverschluss stimmig.

Hier ist die Weste ohne verdeckenden Schal, denn irgendwie war mir heute nach Schal…

Top-Falte-1Die Hose aus einem dünnen Wollstoff ist nach meinem altbewährten Schnitt aus der April Burda von 2009, den ich hier schon öfters gezeigt habe, genäht. Bei Hosenschnitten gibt es bei mir nicht viel Variation.

Mein T-Shirt ist ein “Garconne-Klassiker”. Es ist das Raglanshirt T-006, einer der ersten Garconne-Schnitte, von dem ich gar nicht mehr zählen kann, wie oft ich den schon genäht habe. Mein Schnittmuster ist schon fast zerfleddert…

Me-Made-Mittwoch 19.11.2014

Heute trage ich nur ein selbstgenähtes Teil. Es ist der Pulli bzw. Kleid aus der Oktober Burda 2012, Modell 118.

Burda-118-1020112Es sollte damals das Kleid (118A) werden, leider ging der Stoff beim Vorwaschen dermaßen ein, dass nur der Pulli übrig bliebt. Das Material ist ein weicher Strick aus Wolle mit Diagonalstruktur, ähnlich einer Köprbindung.

Ich trage den Pulli unheimlich gerne, aber nur zu der Jeans. Für eine weite Hose ist er mir zu lang und genähte schmale, lange Hosen sehen komisch bei mir aus. Bei engen 3/4-Hosen im Sommer habe ich keine Probleme, dabei hätte ich so gerne eine Zigarettenhose, nur meine Hüfte und Oberschenkel sind leider zu kräftig. Es sieht merkwürdig aus und gefällt mir nicht.

Den Schnitt werde ich bestimmt noch einmal als Kleid nähen oder als kürzeren Pulli zu Röcken und weiteren Hosen. (Ich hab schon was im Hinterkopf)

Aber nun mal schauen, was die anderen Damen vom MMM so treiben….

(Irgendwie werden die Fotos im Moment nicht so klar. Sie können nur morgens gemacht werden mit Kunstlicht und Blitz. Leider muss ich tagsüber arbeiten und mein Fotograf auch.)

Hose nach Burda 6982 von hinten

Im Kommentar von Jungsnaht auf meinen gestrigen Beitrag zum MMM bin ich nach einem Bild der Hose von hinten gefragt worden.

Heute morgen hab ich gleich die Hose (mit den gleichen Schuhen zum Vergleich) angezogen und ein Bild von hinten machen lassen – oh schreck.

Mir war nicht bewußt, dass die Hose von hinten so schlecht sitzt, besser gesagt mein Po mittlerweile alles nach unten zieht, der Schwerkraft sei Dank.

Da der Zahn der Zeit das Bindegewebe schwächt und die Schwerkragt einen kräftigen Po auf Dauer nach unten zieht, muss das bei Hosen entsprechend berücksichtigt werden. Julia von Sewing Galaxie hat dazu hier einen passenden Beitrag geschrieben, denn ich bereits genau gelesen hatte. Das Thema war mir schon bewußt und ich wollte es eigentlich erst bei neuen Hosen berücksichtigen…

Da ich die Hose von hinten nicht so stehen lassen wollte, hab ich schnell die Schrittkurze wie in Julias Beitrag 1 cm tiefer gelegt. Es ist noch nicht gut, aber es kann sich so doch etwas besser sehen lassen. Mehr kann  ich leider bei einer fertigen Hose nicht machen.

Hier sind jetzt die Bilder. Als erstes vor der Änderung, dann nach der Änderung.

Hose vorherHose hinterherEs lohnt sich , sich mit der Änderung für einen hängenden (nicht flachen!) Po auseinanderzusetzen, besonders wenn man nicht mehr “taufrisch” ist…

Me-Made-Mittwoch 12.11.2014

Nachdem ich letzte Woche einfach zu spät dran war, bin ich heute wieder mein MMM dabei.

Burda 6982+110-10-2014Ich trage eine petrolfarbene Hose nach Burda 6982 aus einem klassischen Wollstoff. Ich mag lieber Hosen, die in der Taille sitzen und hab mir daher diese Hose im letzten Winter genäht. Es war der einzige klassische Hosenschnitt, der nicht auf der Hüfte sitzt. Sie hat schräge Eingrifftaschen (die ich nicht wirklich brauche) und Bügelfalten. Bügelfalten strecken so schön das Bein. Bei meiner kurvigen Figur sitzen taillenhohe Röcke und Hosen einfach besser und sind zu meinem kurzen Oberteilen angezogener.

Das Oberteil ist ebenfalls von Burda, aber recht neu und bisher noch nicht getragen. Es ist das Modell 110 aus der Burda 10/2014. Es ist aus einem sehr elastischen und kuscheligen Feinstrick aus Viskose, Kunstaser mit Elastan. Wie immer habe ich den Schnitt auf meine “Länge” gestaucht und für meine Proportionen gekürzt. Im Original ist es deutlich länger, pobedeckt. Der Pulli paßt ideal zu allen meinen Sachen, da fast alle Farben im Druck enthalten sind.

Der Ausschnitt ist sehr freizügig. Ich habe ihn etwas entschärft und verdeckt unter den kleinen Seitenriegeln je eine Falte genäht, die den Stoff einhält. Bewegen war sonst kaum möglich ohne halbnackt dazustehen…

Ich mag große Ausschnitte, aber was zuviel ist ist zuviel.

Weste mit Passe von Garconne

In der kühleren Jahreszeit habe ich fast ein Standard-Outfit: T-Shirt mit Walkweste zu Hose oder Rock.

W-002+T-006-2In diesem Fall ist es die Weste mit Passe von Garconne (W-002), die ich mittlerweile in vielen Farben genäht habe, hier ist sie in petrol. Das T-Shirt ist das Raglanshirt von Garconne (T-006), das ich auch in vielen Varianten besitze. Das Petrol in den Punkten ist identisch mit dem der Weste.

Die Weste aus Walk hält den Oberkörper warm genug, so dass ich die T-Shirts mit lamgem und 3/4-Arm auch bei niedrigeren Temperaturen tragen kann ohne zu frieren. Dabei bin ich ziemlich verfroren.

Durch den 2-Wege-Reißverschluss läßt sich die Weste etwas von oben und unten öffnen, was ich lässiger finde als ganz geschlossen. Außerdem kann man so die Temperatur regeln…

Die Hose aus einem dünnen Wollstoff ist nach einem Lieblingsschnitt von mir genäht. Er ist aus der April-Burda von 2009. Ich weiß leider die Modell-Nummer nicht, aber die Hose war auch als Hochzeitshose abgebildet. Ich finde die Form der Hose für meine kurvige Figur günstiger als eine ganz gerade. Sie streckt optisch, was bei meiner “Länge” von 1,52 m nicht schaden kann.

Auch offen sieht die Weste gut aus:

W-002+T-006-1 W-002+T-006

Füttern einer Jacke

Das Füttern einer Jacke ist viel einfacher als man denkt.

Für mich war es früher ein “Buch mit sieben Siegeln”, aber mittlerweile ist es kein Problem mehr dank eines Tipps von Frau Löslein von Garconne.

In diesem Tutorial zeige ich das Füttern am Beispiel einer Jacke nach dem Schnitt Garconne J-050.

Als erstes kommt der Zuschnitt:Fuettern ZuschnittIm Bild ist der Zuschnitt des Oberstoffs zu sehen. Die Saumzugaben sind überall 4 cm, Teilungsnähte haben 2 cm und alles restlichen Kanten 1 cm Nahtzugabe. Es gibt einen vorderen und rückwärtigen Beleg. Die Jacke wird je nach Modell genäht. An den Säumen werden die Zugaben nach innen umgebügelt, mehr noch nicht.

Fuettern Zuschnitt 1Aus Futterstoff werden die Körperteile minus Belege und Armel zugeschnitten. Die Saumzugaben betragen hier nur 1 cm (wichtig!) und in der hinterne Mitte gibt es jetzt einen Stoffbruch. Die ehemals hintere Mitte liegt an der schmalsten Stelle 2 cm vom Stoffbruch entfernt für die spätere Bewegungsfalte. In meinem Fall habe ich die rückwärtige Passe ohne Bewegungsfalte zugeschnitten, normalerweise erhält das komplette Rückenteil die Zugabe für die Falte. Bei der Passe wäre es mir aber wegen der Teilungsnaht zu sperrig geworden.

Im nächsten Schritt werden die Futterteile zusammengenäht. Als erstes habe ich die Bewegungsfalte oben und unten einige cm zugenäht und zu einer Seite gebügelt.

B-Falte B-Falte 1

Dann die Teile wie beim Oberstoff zusammennähen. Falls Abnäher vorhanden sind, auch diese nähen.

Als nächstes nähe ich das Futter fortlaufend an die vorderen und rückwärtigen Besätze. Dazu stecke ich das Futter rechts auf rechts auf den Besatz, lasse aber 3 cm an den Saumzugaben vom Oberstoff frei. (Oberstoff hatte 4 cm und Futter 1 cm Saumzugabe = 3 cm frei)

Futter BesatzFutter Besatz1Saum Ecke

Ich bügel die Nahtzugaben ins Futter.

Nun kommen die Ärmel an die Reihe, bevor die untere Kante der Jacke gemacht wird. Ich finde es zu diesem Zeitpunkt praktischer, weil unten noch alles offen ist. Ich schiebe die Futterärmel in die Jakce, wie sie später sitzen sollen, um ein Verdrehen zu vermeiden. Dann klappe ich die Saumzugaben vom Obertoff nach innen, schlage die Nahtzugaben vom Futter ein und halte es aufeinandergelegt fest. Das ist im folgenden Bild gezeigt.

Futter-AermelIch greife nun von unten zwischen Oberstoff und Futter und ziehe den Ärmel heraus. Dann stecke ich die Zugaben ringsherum aufeinande rund nähe sie zusammen. Wenn jetzt die Saumzugaben vom Oberstoff umgelegt werden (wie vorher umgebügelt) kann der Saum am Oberstoff festgenäht werden.

Futter-Aermel 1 Futter-Aermel 2

Der Ärmel ist fertig und kann wieder auf die richtige Seite gezogen werden. Der zweite Ärmel wird genauso gearbeitet.

Als letztes kommt der Saum mit der vorderen Ecke. Und da kommt der Trick von Garconne ins Spiel.

Ich drehe alles auf links. Der Besatz an der vorderen Kante wird nach außen geklappt und wie auf dem zweiten Bild auf den Saum gesteckt. Das dritte Bild zeigt die Rückseite um Verständnis. (Zum Vergrößern bitte aufs Bild klicken)

Besatz von umgeklapptBesatz gestecktFutter Ecke Rueckseite

Im vorderen Bereich ist die Naht noch gerade, wird aber zum Futter hin schräg. Mit Kreide ist die spätere Naht eingezeichnet zum Verdeutlichen. Fortlaufend wird die Naht bis ca. zur Hälfte des Rückenteils (Halfte zwischen Mittelnaht und Seitennaht) gesteckt und genäht. Die andere Seite gegengleich verarbeitenAuf diese Weise wird die Ecke und ein Teil vom Saum verstürzt. Dabei entsteht nach dem Bügeln eine Bewegungsfalte. Das folgende linke Bild zeigt die gewendete Ecke, das rechte Bild die gebügelte.

Futter Ecke gewendetFutter Ecke gebuegelt

Im nächsten Schritt wird die Saumzugabe vom Oberstoff festgenäht. Es bleibt nun nur noch eine Öffnung in der hinteren Mitte, die von Hand geschlossen werden muss.

Futter SchlussAls allerletzter Schritt wird die untere Kante am Saum so gebügelt, dass eine Bewegungsfalte ensteht.

Ich muss allerdings noch warten, da die Knöpfe und Knopflöcher noch fehlen. Ich mache die Knopflöcher bei Garconne mit dem Knopflochautomat, ein Dürkop aus den 50er-Jahren. Zum Vernähen der Fäden muss ich noch an die Innenseite kommen können.